Wie wichtig sind diese Nachweise in der Bewerbung – und was macht ein gutes Referenz- oder Empfehlungsschreiben aus? Erfahren Sie, wer sich als Referenzperson eignet, welche Angaben hineingehören und wo Sie das Schreiben in Ihrer Bewerbung platzieren.
Referenz- und Empfehlungsschreiben als Ergänzung zur Bewerbung, Urheber: Carolin Krohmer
Personalverantwortliche möchten sich anhand der Bewerbungsunterlagen einen möglichst umfassenden Eindruck von der Person machen – dadurch gewinnen weitere Informationsquellen zunehmend an Bedeutung.
Um sich neben einem professionellen Anschreiben, einem strukturierten Lebenslauf, einem überzeugenden Motivationsschreiben oder guten Zeugnissen zusätzlich positiv von anderen Bewerbungen abzuheben, ist das Aufführen von Referenzen oder Empfehlungsschreiben eine gute Möglichkeit.
In anderen Ländern ist dies längst ein selbstverständlicher Bestandteil jeder Bewerbung – etwa im englischsprachigen Raum der „Letter of Recommendation". Hierzulande sind Referenz- oder Empfehlungsschreiben dagegen noch die Ausnahme – Ihr Vorteil, wenn Sie welche in Ihrer Bewerbung angeben!
Eine Referenz kann zweierlei bedeuten: Einerseits kann dies ein Referenzschreiben sein, das eine ehemalige Führungskraft ausgestellt hat und in dem sie Ihre beruflichen sowie persönlichen Qualifikationen hervorhebt.
Der Unterschied zum Arbeitszeugnis: Für Letzteres gelten strenge Auflagen – Arbeitszeugnisse müssen stets wohlwollend formuliert sein und verraten nur wenig über die Persönlichkeit der beurteilten Person. Auch sind sie für Laien durch die verwendete Geheimsprache oft schwer zu entziffern.
Referenzschreiben werden dagegen frei nach dem Sinn der verfassenden Person formuliert und lassen durch persönliche Eindrücke manchmal mehr Tiefe und Detail erkennen.
Das Referenzschreiben kann zusätzlich zum Arbeitszeugnis beigelegt werden. Fehlt ein Arbeitszeugnis, weil Sie keines erhalten bzw. angefordert haben oder es verloren gegangen ist, kann eine Referenz die Lücke gemeinsam mit einem Ersatzzeugnis überbrücken. Ein Arbeitszeugnis ersetzt sie nicht.
Manche Referenzpersonen (auch Fürsprecherinnen und Fürsprecher genannt) möchten kein Schreiben ausstellen, sind aber bereit, auf Anfrage telefonisch oder per E-Mail Auskunft zu geben. Ein Referenzschreiben macht im Vergleich zum reinen Aufführen der Referenzperson etwas mehr Eindruck – im Endeffekt läuft aber beides auf dasselbe hinaus: Dritte bürgen für Ihre Integrität und Ihre persönlichen Stärken.
Eine gute Empfehlung ist wie ein Händedruck auf Papier.
Neben dem Referenzschreiben gibt es die Bezeichnung „Empfehlungsschreiben". Im Kern ist es nichts anderes: Eine Person beurteilt eine andere und bürgt für deren Integrität und persönliche Stärken.
Wer nach dem Bachelor einen Master-Abschluss anstrebt, kann von ehemaligen Lehrenden, Professorinnen oder Professoren eine Empfehlung ausgestellt bekommen.
Mit wenigen bis keinen Arbeitszeugnissen können sich Berufseinsteigende von früheren Führungskräften Empfehlungsschreiben ausstellen lassen, um ihren Werdegang aufzuwerten.
Wer beispielsweise beratend in einem Unternehmen eingesetzt war, kann von diesem Kundenunternehmen ein Empfehlungsschreiben erhalten.
Eher allgemein formuliert, nicht an eine bestimmte Empfängerin oder einen bestimmten Empfänger gerichtet.
An eine konkrete Empfängerin oder einen konkreten Empfänger gerichtet. Der Aufbau ist bei beiden Schreiben ansonsten weitgehend identisch.
Im Gegensatz zum Arbeitszeugnis wird eine Referenz nicht von der Personalabteilung ausgestellt. Referenzschreiben werden i. d. R. von Personen verfasst, die in der Hierarchie über der beurteilten Person stehen und über einen längeren Zeitraum eng mit ihr zusammengearbeitet haben.
Referenzschreiben müssen keinen formalen Kriterien entsprechen. Folgende Punkte sollten dennoch enthalten sein.
Name und Kontaktadresse samt Nennung des Unternehmens der Referenzperson.
Das Datum, an dem das Schreiben verfasst wurde.
Zeitraum, Bereich und Position, in der Referenzperson und beurteilte Person zusammengearbeitet haben.
Angaben zu Tätigkeitsfeldern sowie fachlichen und persönlichen Qualitäten.
Einschätzung zur Arbeitsweise sowie zum Verhalten in Einzel- und Gruppenarbeit.
Nennung eventueller besonderer Erfolge während der Zusammenarbeit.
Möglichst persönlich und in der Ich-Form der Referenzperson geschrieben.
Am Ende eine zusammenfassende Beurteilung sowie eine Weiterempfehlung.
Bereitschaft für Rückfragen samt Kontaktdaten (E-Mail, Telefonnummer mit Durchwahl) sowie Unterschrift und Position der Referenzperson.
In der Bewerbungsmappe wird das Referenzschreiben hinter dem Zeugnis des höchsten Schulabschlusses (Hauptschulabschluss, Mittlere Reife, Fachhochschulabschluss, Abitur o. Ä.) eingeordnet.
Manche Referenzpersonen möchten kein Schreiben ausstellen, sind aber bereit, auf Anfrage telefonisch oder per E-Mail Auskunft zu geben. In diesem Fall können Sie die Kontaktdaten auf der letzten Seite Ihres Lebenslaufs in einer eigenen Rubrik aufführen, damit Personalverantwortliche die Referenzperson direkt kontaktieren können:
Zu viele Referenzen sollten Ihre Bewerbungsunterlagen jedoch nicht enthalten – die Auswahl kann sonst beliebig wirken und den Eindruck erwecken, Sie hätten Fürsprache nötig.
Sie möchten sichergehen, dass Referenzen und Empfehlungsschreiben Ihre Bewerbung optimal ergänzen? Gerne erstelle oder optimiere ich Ihr Referenz- oder Empfehlungsschreiben oder unterstütze Sie mit meiner Bewerbungserstellung und persönliche Beratung.