Expertentipps · Künstliche Intelligenz

KI und die Bewerbung: ChatGPT & Co. sinnvoll nutzen

Künstliche Intelligenz verändert den Bewerbungsprozess spürbar – von der Stellensuche bis zum Vorstellungsgespräch. Ich zeige Ihnen, wo KI-Tools wie ChatGPT Sie wirklich sinnvoll unterstützen können und wo ich zu besonderer Vorsicht rate.

Wie Künstliche Intelligenz die Bewerbung verändert

Kaum ein Thema beschäftigt Bewerberinnen und Bewerber aktuell so sehr wie der Einsatz Künstlicher Intelligenz. Auf der einen Seite nutzen immer mehr Menschen ChatGPT und ähnliche Tools, um sich beim Formulieren von Anschreiben, Lebenslauf oder Kurzprofil unterstützen zu lassen. Auf der anderen Seite setzen auch Unternehmen zunehmend KI ein – zur Vorauswahl von Bewerbungen, zur Analyse von Lebensläufen oder sogar für ein Vorstellungsgespräch mit KI.

Ich beobachte diese Entwicklung mit einer klaren Haltung: KI ist aus meiner Sicht ein hilfreiches Werkzeug, aber kein Ersatz für Ihre eigene Stimme. Wer KI richtig einsetzt, spart Zeit und gewinnt Struktur. Wer sich vollständig auf sie verlässt, läuft Gefahr, austauschbar zu wirken – und genau das möchte ich mit diesem Beitrag verhindern.

Wo KI im Bewerbungsprozess sinnvoll unterstützen kann

Aus meiner Praxis gibt es mehrere Stellen im Bewerbungsprozess, an denen KI-Tools wirklich hilfreich sein können.

Stellensuche & Recherche

KI-gestützte Jobsuchmaschinen und Chatbots helfen dabei, passende Stellenanzeigen schneller zu finden und Unternehmen im Vorfeld besser einzuschätzen.

Anschreiben & Lebenslauf

ChatGPT kann als Formulierungshilfe dienen – etwa um einen ersten Entwurf zu strukturieren oder Formulierungen zu variieren. Details dazu finden Sie auch bei meinen Tipps zu Lebenslauf und Anschreiben.

ATS-Optimierung

KI-Tools können helfen, Schlüsselbegriffe aus einer Stellenanzeige zu identifizieren und sinnvoll in die eigenen Unterlagen einzubauen. Mehr dazu in meinem Beitrag zur ATS-konformen Bewerbung.

Vorstellungsgespräch üben

KI-gestützte Simulationen eignen sich gut, um Antworten laut zu trainieren. Ausführlich gehe ich darauf in meinen Beiträgen zum Vorstellungsgespräch mit KI und zur Interviewvorbereitung mit ChatGPT ein.

Businessprofile

Auch bei der Formulierung eines überzeugenden LinkedIn- oder Xing-Profils kann KI als Ideengeber dienen – die individuelle Note sollte jedoch von Ihnen selbst kommen.

Online-Formulare & Freitextfelder

Bei begrenztem Zeichenumfang in einem Online-Bewerbungsformular kann KI helfen, Aussagen knapper und präziser zu formulieren.

Mein Rat: Nutzen Sie KI als Sparringspartner, nicht als Autor Ihrer Bewerbung. Die besten Ergebnisse erziele ich in meiner Praxis, wenn KI-Vorschläge anschließend überarbeitet, persönlich angepasst und um konkrete eigene Beispiele ergänzt werden.

KI kann Ihnen Worte vorschlagen – Ihre Geschichte erzählen können nur Sie selbst.

Persönlich. Wertschätzend. Auf Augenhöhe. Carolin Krohmer

So formuliere ich eine hilfreiche Anfrage an ChatGPT

Die Qualität der Antwort hängt stark davon ab, wie konkret die Anfrage oder ein Prompt formuliert ist. Ein Beispiel aus meiner Praxis:

Wenig hilfreich

„Schreibe mir ein Anschreiben für eine Stelle als Buchhalter/in."

Deutlich hilfreicher

„Hier ist die Stellenanzeige [Text einfügen] und mein bisheriger Werdegang [Stichpunkte einfügen]. Erstelle mir einen ersten Entwurf für ein Anschreiben, der konkret auf die in der Anzeige genannten Anforderungen eingeht. Formuliere sachlich, ohne Floskeln, und hebe meine Erfahrung mit [konkretes Beispiel] hervor."

Je mehr konkrete Informationen Sie der KI zur Verfügung stellen – Stellenanzeige, eigener Werdegang, gewünschter Ton –, desto brauchbarer wird das Ergebnis. Ich empfehle außerdem, den generierten Text nie unverändert zu übernehmen, sondern ihn Satz für Satz mit der eigenen Stimme abzugleichen.

Symbolbild: Bewerbung schreiben mit Unterstützung künstlicher Intelligenz
Bewerben mit künstlicher Intelligenz, KI-generiert (mit Gemini)

Wo ich bei KI in der Bewerbung zu Vorsicht rate

Austauschbare Formulierungen

Unbearbeitete KI-Texte klingen häufig ähnlich – Personalverantwortliche erkennen das inzwischen oft auf den ersten Blick.

Fehlerhafte oder erfundene Inhalte

KI kann Fakten falsch wiedergeben oder plausibel klingende, aber unzutreffende Aussagen erzeugen. Jede Angabe sollte deshalb geprüft werden.

Datenschutz

Wer persönliche Daten oder ganze Lebensläufe in ein KI-Tool eingibt, sollte vorher die Datenschutzbedingungen des Anbieters prüfen.

Ein weiterer Punkt ist mir besonders wichtig: Authentizität. Im weiteren Bewerbungsprozess – spätestens im Vorstellungsgespräch – zeigt sich, ob die Inhalte tatsächlich zu Ihnen passen. Eine Bewerbung, die inhaltlich überzeugt, aber im Gespräch nicht mit Ihrer Persönlichkeit übereinstimmt, wirkt schnell unglaubwürdig.

Meine Checkliste für den KI-Einsatz in der Bewerbung

01

Konkrete Angaben liefern

Je präziser die Anfrage – Stellenanzeige, eigener Werdegang, gewünschter Ton –, desto brauchbarer das Ergebnis.

02

Nichts unverändert übernehmen

Jeden KI-Vorschlag überarbeiten, kürzen und mit eigenen, konkreten Beispielen ergänzen.

03

Fakten prüfen

Alle Angaben zu Zahlen, Daten und Fakten selbst gegenprüfen – KI kann sich irren.

04

Persönliche Daten mit Bedacht teilen

Vor der Eingabe sensibler Daten die Datenschutzbedingungen des jeweiligen Tools prüfen.

05

Authentisch bleiben

Die eigene Stimme, der eigene Werdegang und die eigene Motivation sollten im Text erkennbar bleiben.

06

KI auch im Gespräch mitdenken

Da auch Unternehmen zunehmend KI einsetzen, lohnt sich eine gezielte Vorbereitung auf ein KI-gestütztes Interview.

Carolin Krohmer, Bewerbungs- und Karrierecoachin

Lassen Sie uns Ihre Bewerbung gemeinsam auf den Punkt bringen

Ob mit oder ohne KI-Unterstützung: In einem persönlichen Coaching sorge ich dafür, dass Ihre Bewerbungsunterlagen nicht nur überzeugend formuliert, sondern auch wirklich authentisch sind – und optimal auf die jeweilige Stelle zugeschnitten.