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Das Deckblatt der Bewerbung: Wann es sinnvoll ist und wie es gelingt

Ein Deckblatt ist in der Bewerbung nicht Pflicht, aber ein wirkungsvoller Eyecatcher. Erfahren Sie, wann sich ein Deckblatt lohnt, welche Angaben hineingehören und wie Sie es im seriösen Business-Look gestalten, damit es zu Ihrem Lebenslauf und Anschreiben passt.

Bewerbungsdeckblatt im professionellen Business-Look

Bewerbungsdeckblatt im professionellen Business-Look, Urheber: Carolin Krohmer

Wann macht ein Deckblatt in der Bewerbung Sinn?

Auch wenn Bewerbungen heute überwiegend als PDF-Datei per E-Mail oder Online-Formular versendet werden, ist es weiterhin üblich, dass diese neben dem Anschreiben und dem Lebenslauf ein Deckblatt enthalten – schließlich wird die Bewerbung heute einer professionellen Präsentationsmappe gleichgestellt.

Eine postalische Bewerbung unterscheidet sich von einer digitalen dabei nur in der Art des Versands, nicht in Inhalt, Aufbau oder Layout. Anders sieht es bei der Kurzbewerbung aus: Sie enthält in der Regel nur Anschreiben, Lebenslauf und das letzte Arbeits- oder Schulzeugnis – auf ein Deckblatt wird hier bewusst verzichtet.

Verpflichtend ist ein Deckblatt also nicht, empfehlenswert als Eyecatcher jedoch durchaus. Optimal gestaltet ist es im seriösen Business-Look, wobei sich das gewählte Layout auf allen Seiten der Bewerbung wiederspiegeln sollte.

Muss ich, oder kann ich ein Deckblatt verwenden?

Ein Deckblatt kann ich machen, ich muss aber nicht. Es ist kein Pflichtbestandteil der Bewerbung, sondern eine freiwillige Möglichkeit, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Ich sehe darin vor allem eine Chance, mich mit einem passenden Bild aus meinem Fachbereich, meiner Branche oder meinem Berufsfeld klar zu positionieren und meine Identifikation damit sichtbar zu machen – das weckt Sympathie und Neugier und schafft über alle Seiten hinweg einen Wiedererkennungswert.

Gleichzeitig sollte ich es nicht übertreiben: Ein überladenes Deckblatt ohne klare Struktur wirkt eher abschreckend, und wer zu viel Zeit in dessen Gestaltung steckt, setzt schnell die falschen Prioritäten. Auch besteht die Gefahr inhaltlicher Dopplungen mit dem Anschreiben. Bei Online-Bewerbungen vergrößert ein integriertes Bild zudem die Dateigröße, und bei ATS-Systemen wird das Deckblatt in der Regel ohnehin nicht automatisiert ausgelesen. Ob sich ein Deckblatt lohnt, entscheide ich daher am besten von Fall zu Fall – als dezente Ergänzung, nicht als zentrales Element meiner Bewerbung.

Der erste Eindruck entsteht schon auf der ersten Seite.

Persönlich. Wertschätzend. Auf Augenhöhe. Carolin Krohmer

Welche Angaben kann man auf dem Deckblatt angeben?

Das Deckblatt ist lediglich eine zusätzliche Seite mit knappen Angaben zu Ihrer Person. Konzentrieren Sie sich auf wirklich sinnvolle Informationen in aller gebotenen Kürze.

01

Überschrift

Der Titel „Bewerbung" oder – bei einer Initiativbewerbung – „Initiativbewerbung".

02

Position & Kennziffer

Angabe der Stelle, auf die Sie sich bewerben, inklusive Kennziffer, sofern in der Stellenanzeige genannt.

03

Name & Kontaktdaten

Ihr vollständiger Name sowie alle relevanten Kontaktdaten für eine schnelle Erreichbarkeit.

04

Bewerbungsfoto oder Eyecatcher

Ein Foto in sehr guter Qualität – etwa im Querformat oder rund ausgeschnitten – oder ein Bild aus Ihrem Fachbereich, Ihrer Branche oder Ihrem Berufsfeld, mit dem Sie sich klar positionieren.

05

Kernkompetenzen (optional)

Die wichtigsten Fachkompetenzen und Stärken in Bezug auf die ausgeschriebene Stelle.

So gestalten Sie Ihr Deckblatt im Business-Look

Farbe

Anders als beim Anschreiben und Lebenslauf können auf dem Deckblatt durchaus grafische Elemente und Farben zum Einsatz kommen. Von verschnörkelten Elementen, verspielten Schriftarten und kunterbunten Designs rate ich jedoch ab – Ihr Deckblatt soll seriös und fokussiert wirken. Beschränken Sie sich daher auf maximal drei Farben:

  • Schwarz oder Dunkelgrau für die Schrift
  • Eine Kontrastfarbe für die Überschrift des Deckblatts
  • Eine Hintergrundfarbe für Foto, Text oder grafische Elemente

Klassisch bewährt sind gedeckte Farben wie Schwarz, Grau oder Blau. Zunehmend im Kommen sind dezente Pastelltöne wie ein helles Grün, Altrosa, Gold oder ein dunkles Beige, die Ihrer Bewerbung eine moderne, persönliche Note verleihen, ohne unseriös zu wirken.

Für eine gelungene Farbharmonie empfehle ich, die Farbauswahl am Hintergrund oder an der Kleidung Ihres Bewerbungsfotos zu orientieren. Wurden Sie beispielsweise vor einer grauen Fotoleinwand fotografiert, erzielen Sie mit einem ähnlichen Grauton eine stimmige Bildharmonie auf dem Deckblatt und den grafischen Elementen der Folgeseiten. Eine Kontrastfarbe – etwa ein moderner Pastellton – eignet sich dann gut für Überschriften, Zwischenüberschriften und Linien.

Tragen Sie auf dem Foto beispielsweise ein blaues Hemd oder eine blaue Bluse, greifen Sie diese Farbe am besten für einzelne Gestaltungselemente auf. Auch ein Schlagschatten oder ein Rahmen um das Bewerbungsfoto wirkt harmonischer, wenn er in einem Farbton aus Ihrem Grundlayout gehalten ist.

Grafische Elemente

Linien sind ein bewährtes Gestaltungselement für ansprechende Layouts und eignen sich hervorragend, um die Blattaufteilung zu visualisieren – etwa unter der Überschrift oder zur horizontalen bzw. vertikalen Gliederung der Seite.

Auch dezente farbige Muster – etwa Waben, Rauten, Zahnräder oder Formenspiele – wirken elegant, ohne aufdringlich zu sein. Verwenden Sie ein Muster, sollte es sich nicht über das gesamte Blatt erstrecken und im gleichen Stil auf den Folgeseiten wiederkehren. Besonders wirkungsvoll: Das Muster startet an einer Ecke oder am Rand und verläuft zur Blattmitte hin zunehmend transparenter.

Ein aktueller Praxistipp von mir: Bewerben Sie sich über ein Online-Formular oder ein Bewerbermanagementsystem (ATS), wird das Deckblatt in der Regel nicht automatisiert ausgelesen. Ich empfehle, grafische Elemente dezent zu halten und die Dateigröße der gesamten PDF im Blick zu behalten, damit der Upload reibungslos funktioniert. Verlangt das Upload-Formular Anschreiben und Lebenslauf als getrennte Dateien, können Sie das Deckblatt einfach in die Datei des Anschreibens integrieren und den Lebenslauf separat hochladen.

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Carolin Krohmer, Bewerbungs- und Karrierecoachin

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