Expertentipps · Online-Bewerbung

Bewerbungshomepage oder Bewerbungsblog: gefunden werden statt suchen

Mit einer eigenen Bewerbungswebsite oder einem Online-Portfolio zeigen Sie mehr, als in eine klassische Bewerbungsmappe passt. Ich zeige Ihnen, für wen sich das lohnt, was hineingehört und worauf Sie rechtlich achten sollten.

Was eine Bewerbungshomepage leisten kann

Neben einem gepflegten Businessprofil bei LinkedIn oder XING können Sie in der Bewerbungsphase noch einen Schritt weiter gehen: mit einer eigenen Bewerbungshomepage, einem Online-Portfolio oder einem fachlichen Blog. Dort präsentieren Sie Ihre beruflichen Qualifikationen, Kompetenzen und Projekte ausführlich und bauen ein klares Profil für Ihre weitere Karriere auf.

Eine solche virtuelle Bewerbungsmappe zeigt Personalverantwortlichen auf einen Blick, wie sicher Sie mit digitalen Medien umgehen, und gibt Raum für Kreativität. Gleichzeitig können Sie dort Arbeitsproben, Projekte und Referenzen zeigen, die den Umfang einer klassischen Bewerbung sprengen würden.

Positive Stimmen ehemaliger Vorgesetzter, Kundinnen oder Kunden wirken dabei besonders überzeugend. Veröffentlichen Sie Empfehlungen und Referenzschreiben aber nur mit ausdrücklicher Zustimmung der jeweiligen Person.

Bewerbungsalternativen: kreative Wege der modernen Bewerbung
Bewerbungsalternativen: kreative Wege der modernen Bewerbung, Urheber: Carolin Krohmer

Für wen sich eine eigene Bewerbungswebsite lohnt

Besonders sinnvoll ist eine Bewerbungshomepage dort, wo Ergebnisse sichtbar gemacht werden können.

Design & Kreativberufe

Grafik-, Web- und UX-Design, Fotografie oder Illustration: Ein Portfolio zeigt Ihre Arbeit überzeugender als jede Beschreibung.

IT & Softwareentwicklung

Projekte, Code-Beispiele und eingesetzte Technologien lassen sich übersichtlich darstellen – etwa ergänzt durch einen Link zu Ihrem Code-Repository.

Marketing & Social Media

Wer Kampagnen und Inhalte für andere entwickelt, beweist mit einem professionellen eigenen Auftritt direkt seine Kompetenz.

Medien, Text & Kommunikation

Redaktion, Journalismus, PR oder Texten: Veröffentlichte Beiträge und Textproben sind Ihre stärksten Argumente.

Freelancer & Projektarbeit

Wer aus der Selbstständigkeit in eine Festanstellung wechselt, kann Projekte und Kundenerfolge gebündelt präsentieren.

Fach- und Führungskräfte mit Expertise

Vorträge, Fachartikel oder Publikationen lassen sich auf einer eigenen Seite gut bündeln und stärken Ihre Positionierung.

Mein Rat: In vielen anderen Berufen ist eine eigene Website kein Muss. Ein vollständiges, gepflegtes LinkedIn- oder XING-Profil erfüllt dort meist denselben Zweck – mit deutlich weniger Aufwand.

Wer seine Arbeit sichtbar macht, wird gefunden, statt suchen zu müssen.

Persönlich. Wertschätzend. Auf Augenhöhe. Carolin Krohmer

Eine Ergänzung – kein Ersatz für die klassische Bewerbung

Den Link zur eigenen Website lediglich mit ein paar Zeilen als Massen-E-Mail an viele Unternehmen zu verschicken, führt erfahrungsgemäß selten zum Erfolg und häufig zu einer Absage. Eine Bewerbungshomepage ersetzt nicht die Bewerbungsunterlagen mit Anschreiben und Lebenslauf, sondern ergänzt sie.

Bewerben Sie sich auf eine Stelle deshalb immer direkt über den Weg, den das Unternehmen vorgibt, und begründen Sie überzeugend, warum Sie die richtige Besetzung für die ausgeschriebene Position sind. Viele Unternehmen arbeiten mit Bewerbermanagementsystemen, die nur die hochgeladenen Unterlagen auswerten. Mehr dazu lesen Sie in meinem Beitrag zur ATS-konformen Bewerbung.

Hinzu kommt: Personalabteilungen erhalten oft eine Vielzahl von Bewerbungen und haben nicht immer die Zeit, sich durch eine Website zu klicken, um relevante Informationen selbst zusammenzusuchen. Alles Wesentliche muss daher bereits in Ihren Unterlagen stehen.

So binden Sie Ihre Website sinnvoll ein

Setzen Sie den Link gut sichtbar in den Kopfbereich Ihres Lebenslaufs, in Ihre E-Mail-Signatur und in Ihr Businessprofil. Im Anschreiben genügt ein kurzer, gezielter Hinweis – etwa auf ein Projekt, das zur ausgeschriebenen Stelle passt.

Was auf Ihre Bewerbungshomepage gehört

01

Kurzprofil auf der Startseite

Wer sind Sie, was können Sie, wonach suchen Sie? Wenige prägnante Sätze genügen, damit Besucher sofort einordnen können, worum es geht.

02

Aktueller Lebenslauf

Übersichtlich, lückenlos und identisch mit Ihren Bewerbungsunterlagen. Tipps für Aufbau und Inhalt finden Sie auf meiner Seite zum Lebenslauf.

03

Arbeitsproben & Projekte

Ausgewählte, aussagekräftige Beispiele statt einer möglichst langen Liste. Worauf es bei der Auswahl ankommt, lesen Sie unter Arbeitsproben.

04

Professionelles Profilfoto

Ein Foto in der Qualität eines Bewerbungsfotos rundet den Auftritt ab und macht ihn persönlich.

05

Kontaktmöglichkeit

Eine seriöse E-Mail-Adresse, ergänzt um Ihr Businessprofil und – wenn Sie möchten – eine Telefonnummer. Ihre vollständige Wohnanschrift gehört aus Datenschutzgründen nicht zwingend auf eine öffentliche Seite.

06

Impressum & Datenschutzerklärung

Je nach Gestaltung und Einbindung von Tools können rechtliche Pflichtangaben erforderlich sein. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Darauf sollten Sie rechtlich achten

Eine Website ist öffentlich. Deshalb lohnt sich vor der Veröffentlichung ein kritischer Blick auf diese Punkte.

Impressum & Datenschutz

Ob eine Impressumspflicht besteht, hängt vom Einzelfall ab. Sobald Sie Kontaktformulare, Statistik-Tools oder externe Inhalte wie Karten oder Videos einbinden, ist in der Regel eine Datenschutzerklärung erforderlich.

Urheber- und Nutzungsrechte

Veröffentlichen Sie Fotos, Texte und Arbeitsproben nur, wenn Sie die Rechte daran haben. Arbeiten für frühere Arbeitgeber, Kundinnen oder Kunden können Verschwiegenheitspflichten unterliegen – klären Sie das vorher ab.

Zeugnisse & persönliche Daten

Arbeitszeugnisse und Zertifikate enthalten viele persönliche Angaben. Stellen Sie diese lieber in einen passwortgeschützten Bereich oder senden Sie sie auf Anfrage zu, statt sie frei zugänglich zu machen.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung. Bei Unsicherheiten zu Impressum, Datenschutz oder Urheberrecht empfehle ich, sich rechtlich beraten zu lassen.

Checkliste für Ihre Bewerbungshomepage

Diese Punkte sollten Sie vor der Veröffentlichung beherzigen.

Gestalten Sie Ihr Online-Profil übersichtlich, sachlich und mit klarer Navigation.

Verzichten Sie auf unnötige Effekte, die Ladezeiten verlängern oder die Darstellung erschweren.

Achten Sie darauf, dass die Seite auf Smartphone, Tablet und Desktop gut lesbar ist – viele Personalverantwortliche schauen zuerst mobil.

Nutzen Sie nach Möglichkeit eine eigene Domain mit Ihrem Namen und eine verschlüsselte Verbindung (HTTPS).

Zeigen Sie ausschließlich berufliche Inhalte – Privates hat auf einer Bewerbungshomepage nichts zu suchen.

Stellen Sie Dokumente als PDF bereit, benennen Sie sie aussagekräftig und listen Sie sie übersichtlich auf.

Halten Sie die Dateigröße gering und verzichten Sie auf ZIP-Archive oder ungewöhnliche Dateiformate, die nicht jedes Unternehmen öffnen kann.

Prüfen Sie, ob sich alle Dokumente problemlos ausdrucken lassen.

Achten Sie darauf, dass Website, Lebenslauf und Businessprofil inhaltlich übereinstimmen.

Halten Sie Ihre Seite aktuell – ein veralteter Lebenslauf wirkt schnell nachlässig.

Fragen zur Bewerbungshomepage

Brauche ich für meine Bewerbung eine eigene Homepage?

Nein. Für die meisten Bewerbungen reichen aussagekräftige Unterlagen und ein gepflegtes LinkedIn- oder XING-Profil. Eine eigene Bewerbungshomepage lohnt sich vor allem in kreativen, digitalen und technischen Berufen, in denen Sie Ihre Arbeit sichtbar machen möchten.

Ersetzt eine Bewerbungshomepage die klassische Bewerbung?

Nein. Sie ist eine Ergänzung. Bewerben Sie sich auf eine Stelle immer direkt mit Anschreiben und Lebenslauf über den vom Unternehmen gewünschten Weg und verweisen Sie zusätzlich auf Ihre Website.

Brauche ich auf meiner Bewerbungshomepage ein Impressum?

Das hängt vom Einzelfall ab. Für rein private Seiten gilt die Impressumspflicht in der Regel nicht. Eine Bewerbungshomepage kann aber je nach Gestaltung als geschäftsmäßig eingestuft werden – etwa bei Selbstständigen, Freiberuflerinnen oder Freiberuflern. Eine Datenschutzerklärung ist in der Regel erforderlich, sobald Sie Kontaktformulare, Statistik-Tools oder externe Inhalte einbinden. Im Zweifel empfehle ich, die Seite rechtlich prüfen zu lassen.

Welches Dateiformat ist für Unterlagen zum Download am besten?

PDF. Es wird auf nahezu allen Geräten gleich dargestellt und lässt sich problemlos drucken. Benennen Sie Ihre Dateien aussagekräftig, zum Beispiel „Mustermann_Lebenslauf.pdf“, und halten Sie die Dateigröße möglichst gering.

Carolin Krohmer, Bewerbungs- und Karrierecoachin

Ihr Auftritt – online wie auf Papier überzeugend

Ob Bewerbungsunterlagen, Businessprofil oder die Inhalte für Ihre Bewerbungshomepage: Ich unterstütze Sie dabei, Ihre Stärken klar und authentisch auf den Punkt zu bringen – in einer persönlichen Beratung, ganz bequem per Videotelefonat.