Der tabellarische Lebenslauf

Wie baut man einen tabellarischen Lebenslauf richtig auf?

Grundsätzlich sollte ein Lebenslauf tabellarisch, lückenlos, übersichtlich und fehlerfrei sein. Irrelevante Informationen sollten gestrichen, dafür wichtige Qualifikationen hervorgehoben werden.

 

Dabei wird die aktuellste Tätigkeit immer auf der ersten Seite (oben) und die weiteren Angaben wir folgt aufgeführt: 

 

Bei Berufstätigen wäre die Aufstellung wie folgt: 

  1. Persönliche Daten
  2. Berufserfahrung
  3. Schulische und akademische Ausbildung
  4. Besondere Kenntnisse 

Bei Schulabgängern oder Absolventen wie folgt: 

  1. Persönliche Daten
  2. Schulische und akademische Ausbildung
  3. Praktika
  4. Besondere Kenntnisse 

Folgende Angaben müssen lt. dem AGG nicht mehr angegeben werden: 

  • Behinderung
  • zukünftige Eheschließung
  • Gesundheitszustand oder Krankheiten 
  • Hobbys
  • Soziales Engagement
  • Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft
  • Religionszugehörigkeit
  • Parteizugehörigkeit
  • Schwangerschaft oder Familienplanung
  • Sexuelle Identität
  • Vermögensverhältnisse, Lohnpfändungen, Schulden Verbraucher- oder Privatinsolvenz
  • Vorstrafen
  • Weltanschauung 

 

Weiter wird ein Lebenslauf am Ende nur dann mit aktuellem Datum und der Unterschrift versehen, wenn dieser handschriftlich und ausführlich (d. h. in Fließtext) verfasst wurde.

 

Bei einem tabellarischen Lebenslauf wird dies üblicherweise nicht verlangt.

Bei manchen, eher konservativen Branchen (evtl. bei Führungspositionen jeglicher Art, Ärzten, Banken, Versicherungen o. ä.) sollte jedoch das aktuelle Datum die Unterschrift im Lebenslauf aufgeführt werden.


Lücken im Lebenslauf

Bei Lücken im Lebenslauf werden die meisten Personalentscheider aufmerksam und haken oft sehr genau nach. Am Besten ist es, womöglich aufkommende Fragen direkt in der Bewerbung zu beantworten. 

 

Beschönigen gewisser Angaben ist erlaubt, jedoch nur im gesunden Maße sinnvoll. Plausible Erklärungen und Argumente sollten Sie spätestens im Vorstellungsgespräch parat haben. 

 

Folgende Punkte sollten Sie dabei beachten: 

  • Falls man von Arbeitslosigkeit betroffen war oder ist, sollte dies auf ehrliche Weise kundgetan werden.

    Ein Zeitraum von 2 bis 3 Monaten gilt im Lebenslauf noch nicht als Lücke und muss auf keinen Fall begründet werden. Selbst eine Arbeitssuche von mehreren Monaten ist heutzutage je nach Beruf und Branche nichts Ungewöhnliches und kann so einfach begründet werden.

    Doch raten wir, die Arbeitslosigkeit bei allen negativen Effekten positiv zu verkaufen.

    Beispiel: 

    Aktive Arbeitssuche
    Bewerbungsphase aufgrund einer Neuorientierung
    Berufliche Neuorientierung (mit dem Ziel...)
    Berufliche Orientierungsphase und Ausbildungsplatzsuche
    Arbeitssuchend mit Trainingsmaßnahmen

  • Studiengangwechsel oder Bewerbungsphase nach dem Studium: Ein Studiengangwechsel kommt sehr häufig vor und ist somit für Personalentscheider nichts ungewöhnliches. 

    Auch wenn die Suche als Berufseinsteiger länger als 2 Monate dauert, ist das keine Seltenheit. Auch hier kommt es darauf an, die Zeit sinnvoll zu nutzen und das in der Bewerbung darzustellen.
  • Jobhopping: Hat mehr mehrmals den Arbeitsplatz gewechselt oder einen Lebenslauf ohne roten Faden, so ist es besonders wichtig, eine Verbindung zwischen den eigenen beruflichen Erfahrungen und praktischen Kompetenzen und dem gewünschten Stellenprofil herzustellen, zum Beispiel anhand von Fähigkeiten wie Lernbereitschaft, Flexibilität oder die Offenheit für Neues.

    Gibt es sehr viele kurze Beschäftigungszeiträume, so kann man (anstatt diese jeweils einzeln aufzulisten), die Tätigkeiten zusammenzufassen, z. B. aufgelistet nach Branchen oder nach Tätigkeitsfeldern. Dadurch gewinnt der Lebenslauf an Übersichtlichkeit, was Personalentscheidern oft lieber ist.
  • Bei einem längeren Auslandsaufenthalt sollte man genau angeben, in der Lage sein, darzulegen, inwiefern der Aufenthalt für die persönliche und berufliche Entwicklung förderlich war. 
  • Bei der Auszeit oder einem Sabbatical: Wer sich jahrelang beruflich engagiert hat, kann sich ohne ein schlechtes Gewissen und hoffentlich ohne Knick für die Karriere eine Auszeit gönnen. 
  • Elternzeit: Zeit mit dem eigenen Kind oder den eigenen Kindern zu verbringen ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel Kraft und Energie benötigt und eine Menge Präsenz erfordert. Dabei sollte man im Lebenslauf auf die Bezeichnungen „Kinderpause“ oder „Erziehungsurlaub“ verzichten und stattdessen „Elternzeit“ oder "Familienmanagement" angeben. 
  • Bei der Pflege eines Angehörigen sollte man diese Zeit unbedingt angeben. Vor allem sollte man dann auch vermerken, ob die Pflege nun abgeschlossen ist oder nur noch bedingt stattfindet.

    Dabei raten wir:  sich in dieser Zeit beruflich auf dem neuesten Stand zu halten oder sich weiterzubilden (z. B. durch ein Selbststudium, als  Gasthörer an der Universität oder dem Lesen von  Wissensbüchern und Fachliteratur).
  • Ein Unfall kann einfach mit „vollständige Rehabilitation nach Unfall“ beschrieben werden. 
  • Schwieriger wird es, wenn man wegen einer Krankheit länger ausgefallen ist. Wenn die Krankheit oder eine gesundheitliche Genesungsphase ausgestanden und vorüber ist, empfehlen wir, kurz und prägnant die Art der Krankheit anzusprechen und mitzuteilen, dass diese vorüber ist. 

    Dauert die Krankheit jedoch noch an, ist es sinnvoll, sich im Vorfeld genau zu überlegen, ob man den Beruf mit diesem Krankheitsbild ausüben kann.

Werden Nebentätigkeiten in der Bewerbung aufgeführt?

Nebentätigkeiten in der Bewerbung aufzuführen macht in folgenden Fällen Sinn: 

  1. Wenn diese mit der Stelle, auf die Sie sich bewerben, in unmittelbarem Zusammenhang steht (gleiche Tätigkeit, gleiches Unternehmen o. ä.).
  2. Wenn Sie eine Ausbildung anstreben oder ein Absolvent sind, denn in diesem Fall haben Sie i. d. R. noch keine bzw. nur geringe Berufserfahrung. Dann kann die Aufführung einer Nebentätigkeit für den Personalentscheider von Interesse sein. 

Wenn Nebentätigkeiten bereits ca. 8 bis 10 Jahre zurückliegen und man seither in einer anderen Berufsrichtung tätig war, kann man diese weglassen, sofern dann hier keine Lücke entsteht.

 

Eine aktuelle Nebentätigkeit, die auch nach Vertragsunterzeichnung einer neuen Haupttätigkeit fortgeführt wird, sollte spätestens im Vorstellungsgespräch angegeben werden. Denn eine solche kann die Haupttätigkeit u. U. gefährden, wenn man beispielsweise nachts in einer Disco kellnert und morgens völlig übermüdet bei seiner Haupttätigkeit erscheint. 

 

Spätestens im Arbeitsvertrag sind dann Klauseln wie diese zu finden:

"Sämtliche Nebentätigkeiten sind dem Arbeitgeber unaufgefordert und vor Aufnahme der Nebentätigkeit anzuzeigen." 

 

Auch aus nachfolgenden Gründen ist es von großer Wichtigkeit, seine Nebentätigkeit nicht zu verheimlichen: mögliche Konkurrenztätigkeit, Überschreitung von Arbeitszeitgrenzen, Verstoß gegen das Bundesurlaubsgesetz o. ä.

 

Die Frage, welche Folgen eine unzulässige oder nicht angegebene Nebentätigkeit nach sich ziehen kann, lässt sich nicht allgemein beantworten, sondern hängt von der durch die Nebentätigkeit im Einzelfall verletzten Rechtspflicht ab. 

 

Generell raten wir, ein neues Arbeitsverhältnis nicht auf Geheimnissen aufzubauen. Ehrlich währt bekanntlich doch am längsten.


Referenzgeber oder Fürsprecher

Immer häufiger möchten Personalentscheider mehr über einen Bewerber wissen und so gewinnt eine Referenz in der Bewerbung immer mehr an Bedeutung. 

 

So kann man einerseits im Anhang der Bewerbung Referenzen oder Empfehlungsschreiben beilegen oder auf der letzten Seite seines Lebenslaufs in einer eigenen Rubrik die Kontaktdaten dieser Referenzgeber aufführen, die Gutes über Sie berichten (auch Fürsprecher genannt): 

 

(Titel) Vorname Name


Position


Unternehmen


E-Mail
 

Tel.-Nr. mit Durchwahl

 

Bei der Aufführung von Fürsprechern sollten Sie aus datenschutzrechtlichen Gründen im Vorfeld deren Einverständnis einholen. 

 

Mehr zu diesem Thema finden Sie in der Rubrik  „Referenzen und Empfehlungsschreiben“.


Individuelle Beratung und Hilfestellung

Einen übersichtlichen und aussagekräftigen Lebenslauf selbst zu erstellen, kann manches Mal einiges an Kopfzerbrechen verursachen. Lassen Sie sich Ihren Lebenslauf doch einfach von erfahrenen Personalentscheidern schreiben. Profitieren Sie somit von unserer langjährigen Berufserfahrung in der Personalabteilung und steigern Sie so Ihre Chancen auf die Traumanstellung um ein Vielfaches! 

 

Hier finden Sie weitere Informationen zu unseren Leistungen. Sind Sie auf der Suche nach einer modernen Bewerbungsvorlage, dann stöbern Sie hier.

 

Oder: nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf! Wir als erfahrene Personalentscheider stehen Ihnen gerne zu Seite.