Tabellarisch, lückenlos, übersichtlich und fehlerfrei: Ich zeige Ihnen den richtigen Aufbau, welche Angaben freiwillig sind und wie Sie mit Lücken, Nebentätigkeiten und Referenzpersonen souverän umgehen.
Der tabellarische Lebenslauf, Urheber: Carolin Krohmer
Ein Lebenslauf sollte grundsätzlich tabellarisch, lückenlos, übersichtlich und fehlerfrei sein. Irrelevante Informationen streichen Sie am besten, wichtige Qualifikationen sollten dagegen sichtbar hervorgehoben werden. Die aktuellste Tätigkeit steht dabei immer an erster Stelle auf der ersten Seite. Wird ausnahmsweise ein ausformulierter Lebenslauf verlangt, lohnt sich ein Blick in diesen Beitrag bei tippsteria.de (öffnet in einem neuen Tab).
Bei Berufstätigen hat sich folgende Reihenfolge bewährt:
Bei Schulabgängerinnen und Schulabgängern, Absolventinnen und Absolventen dagegen:
Viele persönliche Angaben sind freiwillig. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schützt Bewerberinnen und Bewerber zudem vor Benachteiligung, etwa wegen des Geschlechts, der Religion, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität. Folgende Angaben gehören deshalb in der Regel nicht in Ihren Lebenslauf:
Behinderung, Gesundheitszustand oder Krankheiten, Vermögensverhältnisse, Lohnpfändungen, Schulden, Privatinsolvenz, Vorstrafen.
Zukünftige Eheschließung, Schwangerschaft oder Familienplanung, sexuelle Identität.
Religionszugehörigkeit, Parteizugehörigkeit, Weltanschauung, Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft.
Hobbys und soziales Engagement dürfen erwähnt werden, sind aber keine Pflichtangabe.
Ein aktuelles Datum und eine Unterschrift sind am Ende des Lebenslaufs nur dann üblich, wenn dieser handschriftlich und ausführlich im Fließtext verfasst wurde. Beim tabellarischen Lebenslauf wird dies in der Regel nicht verlangt – in eher konservativen Branchen (etwa bei Führungspositionen, Ärzten, Banken oder Versicherungen) ist es jedoch nach wie vor üblich.
Ihr Lebenslauf erzählt Ihre berufliche Geschichte – klar, ehrlich und auf den Punkt.
Bei Lücken werden viele Personalverantwortliche aufmerksam und fragen genauer nach. Am besten beantworten Sie mögliche Fragen direkt in der Bewerbung – ehrlich, aber mit einer positiven Formulierung. Ein Zeitraum von zwei bis drei Monaten gilt dabei noch nicht als Lücke und muss nicht gesondert begründet werden.
Aktive Arbeitssuche · Bewerbungsphase aufgrund einer Neuorientierung · Berufliche Neuorientierung (mit dem Ziel ...) · Berufliche Orientierungsphase und Ausbildungsplatzsuche · Arbeitssuchend mit Trainingsmaßnahmen
Kommt sehr häufig vor und ist für Personalverantwortliche nichts Ungewöhnliches.
Stellen Sie den roten Faden über Kompetenzen wie Lernbereitschaft oder Flexibilität her. Viele kurze Stationen lassen sich auch gebündelt nach Branche oder Tätigkeitsfeld darstellen.
Legen Sie dar, wie der Aufenthalt Ihre persönliche und berufliche Entwicklung gefördert hat.
Nach Jahren beruflichen Engagements ist eine bewusste Auszeit kein Karriereknick.
Verwenden Sie die Bezeichnung „Elternzeit" oder „Familienmanagement" statt veralteter Begriffe wie „Kinderpause".
Diese Zeit sollten Sie angeben und vermerken, ob die Pflege abgeschlossen ist. Fachliches Weiterbilden in dieser Zeit wirkt sich positiv aus.
Ein Unfall lässt sich einfach mit „vollständige Rehabilitation nach Unfall" beschreiben. Bei überstandener Krankheit reicht ein kurzer, sachlicher Hinweis, dass diese ausgestanden ist.
Auch eine längere Arbeitssuche ist je nach Branche nichts Ungewöhnliches und lässt sich sachlich und positiv einordnen.
Eine Nebentätigkeit aufzuführen ist vor allem in folgenden Fällen sinnvoll:
Liegt eine Nebentätigkeit bereits acht bis zehn Jahre zurück und entsteht dadurch keine Lücke, kann sie in der Regel weggelassen werden. Eine aktuelle Nebentätigkeit sollten Sie dagegen spätestens im Vorstellungsgespräch offen ansprechen: Arbeitsverträge enthalten häufig Klauseln, nach denen Nebentätigkeiten dem Arbeitgeber anzuzeigen sind – zum Schutz vor Konkurrenztätigkeit, Überschreitung von Arbeitszeitgrenzen oder Verstößen gegen das Bundesurlaubsgesetz. Ein neues Arbeitsverhältnis auf Geheimnissen aufzubauen, lohnt sich langfristig selten.
Referenzen gewinnen in Bewerbungen zunehmend an Bedeutung. Sie können entweder Referenz- oder Empfehlungsschreiben dem Anhang beilegen oder auf der letzten Seite Ihres Lebenslaufs eine eigene Rubrik mit den Kontaktdaten Ihrer Referenzpersonen aufführen: Titel, Vorname und Name, Position, Unternehmen, E-Mail-Adresse sowie Telefonnummer mit Durchwahl.
Aus datenschutzrechtlichen Gründen sollten Sie das Einverständnis Ihrer Referenzpersonen vorab unbedingt einholen.
Viele Unternehmen lesen Lebensläufe zunächst automatisiert über ein Bewerbermanagementsystem ein. Damit dabei keine Informationen verloren gehen, lohnt sich ein Blick auf die wichtigsten Grundregeln:
Der Fließtext sollte linear lesbar bleiben. Zweispaltig wirkende Layouts sind unproblematisch, wenn sie nicht mit echter Layout-Software, sondern über eingerückten Text plus Word-Textfeld erzeugt werden – als PDF gespeichert.
Gängige Bezeichnungen wie „Berufserfahrung" oder „Ausbildung" sowie ein einheitliches Datumsformat erleichtern die Zuordnung.
Begriffe aus der Stellenanzeige gezielt aufgreifen, damit das System Ihre Bewerbung als passend erkennt.
Eine ausführliche Anleitung mit allen Details finden Sie auf meiner Seite zur ATS-konformen Bewerbung.
Ob Struktur, Umgang mit Lücken oder die passende Darstellung Ihrer Stationen – gerne unterstütze ich Sie dabei, Ihren Lebenslauf überzeugend und ATS-freundlich zu gestalten.