Redeanteil gut verteilen
Sie haben in der Regel den größeren Redeanteil, sollten das Gespräch aber nicht an sich reißen. Lassen Sie Raum für Fragen und Reaktionen.
Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Von der Begrüßung über die Sitzposition bis zur Körpersprache: Ich zeige Ihnen, wie Sie im persönlichen Kontakt sicher und sympathisch auftreten – ohne sich zu verstellen.
Jetzt ist es so weit: Ihr Gegenüber kommt auf Sie zu. Die ersten Sekunden zählen.
„Guten Tag, Frau Musterfrau. Vielen Dank für die Einladung – ich freue mich auf unser Gespräch.“
Setzen Sie sich erst, wenn Sie dazu aufgefordert werden – am besten zeitgleich mit Ihrem Gegenüber.
Haben Sie die Wahl, setzen Sie sich so, dass Sie Ihr Gegenüber gut ansehen können – gegenüber oder über Eck, nicht an die Stirnseite.
Ihre Mappe legen Sie geschlossen vor sich auf den Tisch. So haben Sie Notizen und Unterlagen griffbereit.
Eine kleine, schlichte Tasche stellen Sie neben den Stuhl oder hängen sie über die Lehne – zügig und ohne großes Hantieren. Mehr zum passenden Auftreten unter Dresscode.
Wird Ihnen etwas angeboten, ist Wasser die beste Wahl. Es hält die Stimme geschmeidig. Alkohol lehnen Sie freundlich ab.
Stellen Sie Glas, Flasche oder Stifte seitlich ab – nicht als „Mauer“ zwischen sich und Ihr Gegenüber. Das wirkt offener.
Der erste Eindruck entsteht in Sekunden – echt wirkt er nur, wenn Sie sich treu bleiben.
Ein Vorstellungsgespräch ist ein Dialog auf Augenhöhe – kein Verhör.
Sie haben in der Regel den größeren Redeanteil, sollten das Gespräch aber nicht an sich reißen. Lassen Sie Raum für Fragen und Reaktionen.
Holen Sie nicht zu weit aus. Strukturierte Antworten mit einem konkreten Beispiel überzeugen mehr als lange Erklärungen. Übung bieten meine Fragen und Antworten.
Verzichten Sie auf Füllwörter wie „ich sag mal“ oder „na ja“, auf Kraftausdrücke, Szenesprache und Fachbegriffe, die Sie nicht sicher erklären können.
Nervosität macht schnell. Sprechen Sie bewusst etwas langsamer und deutlich – ohne schleppend zu wirken. Kurze Pausen vor einer Antwort sind völlig in Ordnung.
Lassen Sie Ihr Gegenüber ausreden, nicken Sie, greifen Sie Gesagtes auf. Wer gut zuhört, antwortet passender.
Haben Sie eine Frage nicht verstanden, fragen Sie höflich nach. Das ist besser, als aneinander vorbeizureden.
Ihre Körpersprache spricht mit – oft lauter als Worte. Diese Punkte helfen Ihnen, offen und selbstbewusst zu wirken.
Mein Rat: Regeln geben Sicherheit, aber verstellen Sie sich nicht. Personalverantwortliche möchten Sie als Mensch kennenlernen. Wer authentisch bleibt und dabei auf ein paar Grundregeln achtet, wirkt am überzeugendsten.
Auch vor der Kamera zählt der erste Eindruck. Statt Händedruck gibt es ein freundliches Lächeln in die Kamera, und Blickkontakt entsteht, wenn Sie beim Sprechen in die Linse schauen. Tipps zu Licht, Ton und Hintergrund finden Sie auf meiner Seite Telefoninterview und Videointerview.
Wie Sie sich inhaltlich vorbereiten, lesen Sie unter Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch und Recherche über den Arbeitgeber.
In der Regel geht die Begrüßung von der gastgebenden Person aus. Warten Sie also ab, ob Ihr Gegenüber Ihnen die Hand reicht, und erwidern Sie den Händedruck dann fest, aber nicht zu kräftig. Verzichtet Ihr Gegenüber auf den Handschlag, genügen ein freundlicher Blick, ein Lächeln und ein Nicken.
Das passiert vielen und ist kein Beinbruch. Atmen Sie einmal ruhig durch, trinken Sie einen Schluck Wasser und sagen Sie offen: „Einen Moment, ich möchte kurz meine Gedanken sortieren.“ Hilft das nicht, bitten Sie darum, die Frage noch einmal zu hören, oder kommen Sie später darauf zurück. Ein souveräner Umgang mit einem Hänger wirkt oft sympathischer als eine perfekte Antwort.
In der Regel haben Sie den größeren Redeanteil, denn Ihr Gegenüber möchte Sie kennenlernen. Antworten Sie aber kompakt: Ein bis zwei Minuten pro Antwort sind meist ein guter Richtwert. Achten Sie auf die Reaktionen Ihres Gegenübers und lassen Sie Raum für Nachfragen.
Warten Sie, bis Ihnen ein Platz angeboten wird. Wird Ihnen die Wahl gelassen, setzen Sie sich so, dass Sie Ihr Gegenüber gut ansehen können – idealerweise gegenüber oder über Eck, nicht an die Stirnseite des Tisches.
Wie wirke ich auf andere? In meinen Coachings üben wir Ihr Vorstellungsgespräch realistisch – mit ehrlichem Feedback zu Auftreten, Körpersprache und Antworten aus Sicht einer erfahrenen Personalentscheiderin. Auf Wunsch auch im Rahmen eines AVGS-Coachings. Mehr über mich erfahren Sie hier.